FAQs

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Was besagt die Verpackungsverordnung?

Laut Verpackungsverordnung sind Hersteller und Vertreiber verpflichtet , Verkaufsverpackungen die sie erstmalig in Verkehr bringen und die typischerweise bei privaten Endverbrauchern anfallen, unentgeltlich zurückzunehmen und einer Verwertung zu zuführen. Von diesen Pflichten sind solche Unternehmen befreit, die sich einem dafür zugelassenen sog.. dualen System anschließen, welches ihre Verpackungen sammelt und anschließend verwertet.

Was sind Duale Systeme?

Duale Systeme sind – neben der öffentlichen Abfallentsorgung – ein zweites (duales) Entsorgungssystem für gebrauchte Verkaufsverpackungen. Gesetzliche Grundlage sind die Verpackungsverordnung und das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Die dualen Systeme organisieren auf privatwirtschaftlicher Grundlage die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen. Die Finanzierung wird über Lizenzentgelte geregelt die Hersteller bzw. Abfüller je nach Art und Menge der in Verkehr gebrachten Verpackungen entrichten.

In Berlin sind derzeit insgesamt acht duale Systeme tätig, die wiederum eine Vielzahl von Unternehmen mit der Entsorgung der Verkaufsverpackungen beauftragen.

Was versteht man unter „privater Endverbraucher“?

Private Endverbraucher sind in erster Linie Haushaltungen und vergleichbare Anfallstellen. Dazu gehören beispielsweise auch Kantinen, Verwaltungen, Kasernen, Krankenhäuser Bildungseinrichtungen, karitative Einrichtungen, Freiberufler sowie typische Anfallstellen des Kulturbereichs wie Kinos, Opern und Museen, sowie des Freizeitbereichs wie Ferienanlagen, Freizeitparks, Sportstadien und Raststätten.

Was ist eine Verkaufsverpackung?

Verkaufsverpackungen sind letztlich alle Verpackungen, die beim Endverbraucher anfallen. Aus welchem Material diese Verpackungen hergestellt werden, ist unerheblich. Verkaufsverpackungern sind auch Verpackungen des Handels, der Gastronomie und anderer Dienstleister, die die Übergabe von Waren an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen. Dazu gehören sog Serviceverpackungen wie Brötchentüten und Kaffebecher sowie Einweggeschirr.

Wer bezahlt die Entsorgung von Verkaufsverpackungen?

Die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen wird über sog. Lizenzentgelte finanziert. Diese Lizenzentgelte zahlen die Herstellerfirmen bzw. die Abfüller. Die Höhe richtet sich nach dem verwendeten Material, dem Gewicht sowie der Stückzahl der in Verkehr gebrachten Verpackungen. Letztendlich werden diese Kosten aber in die Verkaufspreise der Waren eingerechnet und betrugen in Deutschland im Jahr 2007 etwa 18,20 Euro pro Kopf (Quelle DSD).

Müssen Verkaufsverpackungen gekennzeichnet werden?

Nein, seit dem 01.01.2009 müssen Verkaufsverpackungen nach den gesetzlichen Regelungen nicht mehr gekennzeichnet werden. Alle Verkaufsverpackungen, die beim privaten Endverbraucher anfallen, müssen sich einem der Dualen System anschließen. Das bedeutet, auch Verpackungen ohne den „Grünen Punkt“ (Kennzeichen der DSD GmbH) über die bunten Wertstofftonnen entsorgt werden können.

Wie sehen die Sammelsysteme in Berlin aus?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hol- und Bringsystemen. Das am weitesten verbreitete Sammelsystem ist das Holsystem mit den bunten Wertstofftonnen auf dem Grundstück. In Berlin wird hiermit Glas, Papier und Pappe, Wertstoffe, BIOGUT und Restmüll erfasst.

Für die Bewohner von Einfamilienhäusern werden zu Sammlung von Leichtverpackungen an mehr als 250 Ausgabestellen in Berlin Wertstoffsäcke ausgegeben. Die Abholung erfolgt im zweiwöchigen Rhythmus.

Beim Bringsystem kann der Verbraucher die in der Nähe seines Haushaltes aufgestellte Wertstoffiglus nutzen. In Berlin wird so Glas – farbgetrennt in Weiß- Grün- und Braunglas – gesammelt. Ebenfalls in den Bereich der Bringsysteme fallen die 15 BSR-Recyclinghöfe, die alle Verpackungsmaterialien aus privaten Haushalten annehmen.

Wer gewährleistet, dass die eingesammelten Wertstoffe auch wirklich recycelt werden?

Die so genannten Garantiegeber der Dualen Systeme gewährleisten, dass die von den Entsorgern sortierten Verpackungsmaterialien wieder in den Stoffkreislauf zurückfließen und zu Sekundärrohstoffen oder Recyclingprodukten verarbeitet werden.

Stimmt es, dass Glas, das nach Farben getrennt in die auf öffentlichem Straßenland stehenden Glasiglus eingeworfen wurde, bei der Leerung im LKW wieder zusammengeschüttet wird?

Nein, denn die LKWs, die farblich sortiertes Glas abholen, haben im Innern des Laderaums getrennte Kammern, die separat befüllt werden.

Wohin gehören blaue Glasflaschen?

Blaues Glas gehört in den Grünglascontainer. Grünglas verträgt bis zu 15 Prozent an andersfarbigem Glas und kann dennoch farbgetreu recycelt werden. Weißglas verträgt allerdings kaum Fehlfarben und Braunglas nicht mehr als acht Prozent. Darum ist die genaue Farbtrennung beim Recycling von Glas besonders wichtig.

Wohin gehören CDs/DVDs?

CDs/DVDs sind wertvolle Rohstoffe, die zum Wegwerfen viel zu schade sind. Sammelbehälter für CDs und DVDs stehen in vielen Computerfachgeschäften. Auch alle 15 BSR-Recyclinghöfe nehmen sie an. Von dort gehen sie dann in die direkte stoffliche Verwertung.


Fragen zur Wertstofftonne

Was ist eine Wertstofftonne?

Die Wertstofftonne löst die bisher üblichen Sammelbehälter Gelbe Tonne, Gelbe Tonne Plus und Orange Box ab. In ihr werden Verpackungen und andere Gegenstände aus Kunst- und Verbundstoffen, Metall sowie Aluminium gesammelt.

Warum macht die Wertstofftonne Sinn?

Jogurtbecher in die Gelbe Tonne, kaputtes Plastiksieb in die Orange Box oder zum Recyclinghof, das ist nicht besonders logisch und ab Januar 2013 auch vorbei. In der neuen einheitlichen Wertstofftonne werden alle Abfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien gesammelt – egal ob sie Verpackungen sind oder nicht. So wird die Trennung einfacher und dadurch – so die Erwartung – auch mehr Menschen zum Trennen animiert.

Welche Stoffe dürfen über die Wertstofftonne entsorgt werden? Welche nicht?

In die Wertstofftonne gehören Leichtverpackungen und alle anderen Abfälle – sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen – aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff.

NICHT in die Wertstofftonne gehören Elektrogeräte, Energiesparlampen, Batterien, Textilien, Datenträger und Holz.

Was sind stoffgleiche Nichtverpackungen?

„Stoffgleiche“ sind Wertstoffe aus Kunststoffen, Verbundmaterial, Metall, die keine Verpackungen sind – beispielsweise eine Küchenschüssel aus Kunststoff, ein Kochtopf aus Aluminium, defektes Spielzeug oder die alte Gießkanne.

Erhalten alle Kunden, die vorher die Gelbe Tonne, die Gelbe Tonne Plus oder die Orange-Box erhalten hatten, nun eine Wertstofftonne?

Alle privaten Haushalte erhalten eine Wertstofftonne. Die Tonnen werden jedoch nicht ausgetauscht, sondern einheitlich neu beklebt. Die Beklebung erfolgt schrittweise. Unabhängig davon gelten alle gelben und orangefarbenen Tonnen mit dem Stichtag 01.01.2013 als Wertstofftonne.

Ich nutze bisher den Gelben Sack. Was ändert sich für mich?

Seit dem 1. Januar 2013 ist der Gelbe Sack der Wertstoffsack, ohne dass er neu gekennzeichnet ist. Sie können also künftig ebenfalls Leichtverpackungen und stoffgleiche Materialien aus Kunststoff, Verbunden und Metall gemeinsam entsorgen.

Was ändert sich im Vergleich zu den Inhalten der Orange-Box bzw. der Gelben Tonne Plus?

Gegenüber der Orange Box dürfen diese Gegenstände nicht mehr enthalten sein: Textilien, Elektrokleingeräte und Holz. Im Vergleich zur Gelben Tonne Plus bleiben bei der Wertstofftonne Elektrogeräte und Holz außen vor.

Wohin mit den Abfällen, die ich bisher entweder über die Orange-Box oder die Gelbe Tonne Plus?

Holz und E-Schrott können Sie auf den jeweiligen Recyclinghöfen unentgeltlich abgeben, für ausrangierte Elektro-Kleingeräte stehen zudem an rund 50 Standorten Container im öffentlichen Straßenland.

Textilien nehmen ebenfalls die Recyclinghöfe an. Zur Verfügung stehen weiterhin die bekannten Sammlungen im Straßengebiet.

Kann ich Inhalte der Wertstofftonne auch auf den Recyclinghöfen abgeben?

Ja. Die Angebote der Recyclinghöfe ergänzen weiterhin das System der Entsorgungsmöglichkeiten. Die Annahme der Wertstoffe erfolgt kostenfrei.

Was passiert mit dem Inhalt der Wertstofftonnen? Wer verwertet die Materialien?

Die über die Wertstofftonnen gesammelten Mengen werden in der ALBA-Sortieranlage am Hultschiner Damm in Berlin Mahlsdorf sortiert und für die Verwertung bereitgestellt. Anlagenbetreiber ist die ALBA Recycling GmbH. Die separierten Materialien gehen anschließend in Aufbereitung bzw. direkt in die Weiterverarbeitung zu neuen Produkten.