Papier & Pappe

Abfälle aus Papier und Pappe wie Kartons und Pappschachteln

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Das darf rein

  • Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Werbeprospekte
  • Verpackungen aus Pappe wie Pappschachteln, Kartons, Eierkartons, Wellpappe, Papiertüten, Packpapier
  • Hefte, Bücher ohne Kunststoffeinband, Schreib-, Computer und Briefpapier, Briefumschläge mit und ohne Sichtfenster

Das darf nicht rein

  • verschmutzte Verpackungen
  • beschichtete Papiere, Wachspapier
  • Durchschlagpapier
  • nassfest imprägnierte und/oder geleimte Papiere und Pappen
  • Hygienepapier wie Taschentücher oder Küchenkrepp
  • Tapeten
  • Fotos
  • Getränkekartons

Das sollten Sie noch beachten

  • Kartons grundsätzlich zerreißen, um das Volumen der Papiertonne optimal auszunutzen.
  • Getränkekartons wie Saft- und Milchkartons bitte in die Wertstofftonne

Wertstoff Altpapier und Pappe

Im Jahr 2015 wurden in Berlin 170.478 Tonnen Altpapier gesammelt; pro Kopf sind das 49 kg.

Der Papierverbrauch hierzulande ist immens. Mit rund 250 kg pro Kopf und Jahr verbrauchten wir so viel Papier wie alle Afrikaner und Südamerikaner zusammen. Obwohl Papier letztlich aus Holz, also einem nachwachsenden Rohstoff, gewonnen wird, muss unser Papierkonsum nach Ansicht vieler Umweltverbände sehr kritisch hinterfragt werden. Das liegt vor allem an der auch im weltweiten Maßstab begrenzten Produktivität der Wälder und der durch Rodung oder Intensivnutzung verursachten Probleme. Nur sieben Prozent der bei uns verbrauchten Papiere sind, betrachtet man die Herkunft der Papierfasern, auch in Deutschland „gewachsen“.

Neben Druckerzeugnissen aller Art sind es vor allem auch Verpackungen, die zum hohen Verbrauch von Pappe und Papier beitragen. So haben nach Aussagen der Gesellschaft für Papierrecycling Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton einen Anteil von 41 Prozent am Gesamtverpackungsmarkt. Die gute Nachricht: Diese Verpackungen bestehen zu fast 100 Prozent aus Altpapier. Studien zur Ökobilanz, etwa vom Umweltbundesamt oder vom Heidelberger IFEU-Institut, bestätigen immer wieder, dass Recyclingpapier bei allen betrachteten Umweltindikatoren (z.B. Holz-, Energie- und Wasserverbrauch) dem Papier aus frischer Zellulose überlegen ist.

Altpapier ist bei uns – vor der frischen Zellulose – inzwischen der wichtigste Rohstoff zur Papierherstellung; die so genannte Altpapiereinsatzquote liegt bei 68 Prozent, auch wenn es z.B. bei der Herstellung von Schreib- und Hygienepapieren noch Reserven gibt. Ermöglicht wurde diese sehr positive Entwicklung von uns allen: Durch die Nutzung der Blauen Tonne in Haushalt, Kita, Schule, Verwaltung und Gewerbe. Ausgehend von den Berliner Zahlen haben wir errechnet, dass durch die Papiermengen in der Blauen Tonne in jedem Jahr mehr als die Holzmenge gespart wird, die im gesamten Grunewald wächst. Das ist ganz enorm und aller Ehren wert. Allerdings gibt es noch immer ein Optimierungspotenzial: Könnten alle Berlinerinnen und Berliner sämtliche Fehler bei der Abfalltrennung vermeiden, würde rechnerisch in jedem Jahr zusätzlich die Holzmenge geschont werden können, die im gesamten Tegeler Forst wächst.

Ganz ohne Holz als Rohstoff zur Papierherstellung kommt man aus technologischen Gründen aber leider nicht aus: Durchschnittlich rund 20 Prozent der Papierfasern müssen bei jedem Recyclingvorgang aus dem Faserbrei entfernt und durch frische Fasern ersetzt werden. Statistisch gesehen kann man Papier damit etwa fünfmal wiederverwerten. Für alle, die über ihren Umgang mit Papier besonders viel zum Umweltschutz beitragen möchten, lässt sich folgendes Fazit ziehen:

  • möglichst sparsam mit Papier umgehen
  • konsequent Recyclingpapier verwenden, auch als Schreib- und Hygienepapier
  • Altpapier immer in die Blaue Tonne entsorgen

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